Etappe 8: der Niedersachsen-Tag

140 km durch Niedersachsen von Hannover bis Lüneburg standen heute auf dem Programm. Bei viel Sonnenschein war ich heute besonders glücklich über die Nadelwälder, welche heute meinen Weg gesäumt haben. Generell hat sich die Vegetation etwas gewandelt. Vor allem dann in der Lüneburger Heide, das Kraut, die kleinen Sträucher – da gibt es definitiv weniger schöne Wegbegleiter.

Mein Weg führte heute auch an der KZ-Gedenkstelle Bergen-Belsen vorbei. Mit dem Fahrrad bin ich den Weg der Erinnerung gefahren, vom KZ zur Rampe. Diesen 5km langen Weg mussten damals die Häftlinge bis zu ihrer Verladung in Züge mit unbekanntem Zielort laufen. Da bekommt man dann echt Gänsehaut, wenn man Jahre später ins Gedächtnis ruft, was an Ort und Stelle mal geschehen ist…

Dafür hat mich dann die schöne Vegetation oder die vielen Pferde wieder aufgeheitert. Auch das Wetter spielte wieder einmal super mit, die letzten 35 km allerdings habe ich im Regen zurückgelegt. Na ja, ist alles trocken geblieben, was trocken bleiben soll und irgendwie sehe ich es als Vorbereitung für Skandinavien.

Morgen fahre ich weiter nach Hamburg und da ich in meinem Zeitplan sogar voraus bin, kann ich dort bei meiner Freundin Esther einen Pausetag verbringen.

Ahoi, Anne

Backstein
Denkmal der „Rampe“ in an der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen

Etappe 7: Bielefeld – Hannover

Die siebte Etappe führte von Bielefeld über Herford und Stadthagen nach Hannover. Insgesamt war ich 120 km unterwegs. Zwischenzeitlich habe ich einen Abstecher am Mittellandkanal gemacht. Echt eine beeindruckende Infrastruktur, wenn man dann das Ausmaß erkennt. Da der Weg am Kanal entlang allerdings nur geschottert ist, habe ich mich für die Rennrad-Variante auf Asphalt entschieden.

Wieder einmal ein Tag mit viel Backstein, weiten Feldern und vielen Höfen. Sowohl in NRW als auch in Niedersachsen. Nach der Mittagspause habe ich dann eine zweite Mittagspause auf dem Marktplatz in Stadthagen eingelegt. Inklusive Erdbeeren und einem Telefonat mit der Oma.

Nachdem ich dann früher als gedacht in Hannover angekommen bin, habe ich mir erstmal drei Kugeln Eis gegönnt:Rhabarber, Birne mit Fenchel und dunkle Schokolade.

Den Rest des Abends habe ich dann mit meinen Gastgebern Jessica und Leon verbracht, viel geredet und Pizza gegessen. Ich kenne Leon durch mein Ehrenamt bei GermanZero. Das möchte ich an dieser Stelle erwähnen, denn die Radltour ist ja mit einer Spendenaktion für GermanZero verknüpft. Als Nichtregierungsorganisation unterstützt GermanZero Städte und Kommunen auf ihrem Weg zur Klimaneutralität. Hierbei ist vor allem viel Einsatz und Engagament durch ehrenamtliche Teams notwendig. Und genau diesen wird das gesammelte Geld zugute kommen. Wir freuen uns also über jeden Beitrag. Danke von Herzen!

https://www.betterplace.me/bike-trip-to-trondheim

Auf 180m nördlich von Herford

Etappe 6: für jedes Problem gibt es eine Lösung

Nachdem es meinem Fahrrad nach der Ankunft in Münster nicht mehr so gut ging, haben wir uns heute Vormittag daher erstmal um die Reparatur gekümmert. Am ersten Fahrradladen wurden wir auf die Vorlaufzeit von 4 Wochen verwiesen, am zweiten hatten wir dann mehr Erfolg. Bei Zweirad Civak wurde uns sofort problemlos weitergeholfen und mein Fahrrad wurde sogar vorgezogen. So konnte ich es nach einem entspannten Frühstück auf Annas sonnigem Balkon mit Pina und Anna nach 3 Stunden wieder abholen. Nach anfänglicher Unsicherheit, ob ich die Tour überhaupt heute fortsetzen kann, hat der Vorfall wieder einmal bewiesen, dass sich jedes Problem irgendwie lösen lässt. Man muss nur dran glauben 😉

Vor der Weiterfahrt nach Bielefeld auf der sechsten Etappe mussten sich Fahrrad Karl und ich dann erstmal von Pina und Winora verabschieden, die wieder den Heimweg angetreten sind. Wir werden ihre Gesellschaft sehr vermissen. Hoffentlich seid ihr (bzw. Du) ganz ganz bald wieder bei mir in Trondheim! ❤

Anna, eine Freundin die Pina und ich aus Konstanz kennen und die mittlerweile in Münster studiert, hat mich dann die folgende Etappe von Münster nach Bielefeld begleitet. So haben wir uns zum frühen Nachmittag in Richtung Osten auf den Sattel geschwungen. Das Wetter war traumhaft sonnig und nachdem wir die Baustellen aus Münster raus überwunden haben konnten wir die Landschaft richtig genießen. Weite Felder, satte Farben, schattige Alleen und ein Gestüt oder Reiterhof am nächsten. Nach 80 km sind Anna und ich dann in Bielefeld angekommen. Anna hat den Zug zurück nach Münster genommen und ich übernachte bei den Eltern eines guten Freundes. Morgen geht es weiter nach Hannover.

Viele Grüße aus Bielefeld, einer Stadt, die es wirklich gibt ;P

Anna vor einer alten Mühle
Hier gibt es wirklich viele Mähdrescher
Zielfoto in Bielefeld

Etappe 5: durch den Ruhrpott und eine 8

Bei sonnigstem Wetter haben Pina und ich uns auf den Weg von Düsseldorf nach Münster gemacht. Das heißt, wir haben den Rhein auf unserer Route nun verlassen. Dafür überraschen uns die Radwege am südlichen Rand des Ruhrpotts entlang mit grünen Umgebungen und gut ausgebauten und breiten Radwegen. Oft entlang an einem der unzähligen Kanäle, welche die Kraftwerke und umliegende Industrie verbinden und den Waren- und Güterverkehr (von viel Kohle:( )ermöglichen.

Die ersten 70 km waren wir kaum aus der einen Stadt draußen und schon wieder in der nächsten. Dann haben wir die Mittagspause in einem Biergarten bei einem kühlen Getränk genossen. Die folgenden 50 km waren dann ländlicher und die roten Backsteinhäuser werden immer mehr.

30 Kilometer vor Münster ist dann durch einen blöden Zufall und ein Ausweichmanöver eine Speiche am Hinterrad meines Fahrrads „Karl“ gerissen ist und ein Achter entstanden ist. Daher haben Pina und ich dann die letzten Kilometer entspannter Mit 15 km/h ausrollen lassen.

Von Anna wurden wir dann in Münster auf den letzten Zielkilometern der 120km-Etappe begleitet und haben schon die ersten Eindrücke in einer wunderschönen Stadt gesammelt. Wir sind total begeistert von Münster, seinen vielen Fahrradwegen und tollen Backsteinhäusern. Nach einer herzlichen Rundumversorgung mit selbstgemachtem Basilikumpesto mit Nudeln sind wir noch durch die Stadt geschlendert.

Morgen geht es dann erstmal in die Fahrradwerkstatt, bevor mich Anna dann am Nachmittag nach Bielefeld weiterbegleitet. Pina und ihre „Winora“ machen sich wieder auf den Weg zurück nach Mainz. Sie waren eine treue Begleitung mit wundervolle Gesellschaft. Wir werden euch vermissen! Danke Pina für deine Strampelbegleitung auf den letzten 380 km. Ich könnte und möchte mir noch weitere 100.000km mit dir vorstellen. Du bist die Beste!

Mittagspause im Biergarten
Ankunft in Münster
Prinzipalmarkt

Etappe 4: der erste Regen

Etappe 4 startete mit einem gemütlichen Frühstück bei unseren Gastgebern in Bonn. Dann haben wir uns gegen 10 Uhr auf den Weg gemacht. Nach einem Zwischenstopp mit wilden Brombeeren haben wir dann in Köln traditionsgemäß ein Kölsch genossen. Dabei hat uns auch ziemlich spontan Kyra, eine Schulfreundin Gesellschaft geleistet.

Kurz vor Köln hat es auch angefangen zu regnen… das ist der erste Regen auf der Tour bisher. Aber wir sind bestens ausgestattet und da kann und kein Tropfen etwas anhaben. Nach der langen Mittagspause geht es dann im Regen weiter über Dormagen bis Düsseldorf. Inklusive Fährfahrt und Schiffe beobachten.

Wusstet ihr, dass in Düsseldorf die Düsseldorf fließt? Eine der Erkenntnisse, die uns heute auf jeden Fall beeindruckt hat. 😀

Nun genießen wir den Abend und die Nacht bei einem guten Bekannten von Pina in Düsseldorf, bevor es morgen nach Münster weitergeht.

Vor dem Start von Bonn nach Düsseldorf
Ein Kölsch mit Pina und Kyra
In Düsseldorf: man beachte den professionellen Schloss-Gürtel

Etappe 3: immer den Rhein entlang

Was für eine Etappe: Nach 160 km und 13 Stunden unterwegs rollen Pina und ich mehr im Stehen als im Sitzen in der Straße einer befreundeten Familie in Bonn ein, bei welchen wir unterkommen. Pina, eine gute Freundin von mir und ich würde sagen, unter anderem „Schuld“ an der Idee dieser Fahrradreise begleitet mich die nächsten drei Tage bis nach Münster.

Frühstückspause

Um 7 Uhr sind wir am Morgen in aller Frische auf die Tour gestartet. Immer am Rhein entlang. Einmal durchs Wasser waten und dem Hochwasser ausweichen war heute auch wieder im Programm. Die Auswirkungen und Vorkehrungen der Hochwasserschutzmaßnahmen prägen derzeit vielerorts noch das Stadtbild/ bzw. die Fahrradwege.

An der Loreley vorbei, wo ich ganz stark an meine Großeltern denken musste, die immer von der Legende schwärmen haben wir in Koblenz dann in einem Biergarten am Deutschen Eck mit einer Freundin von Pina eine wohltuende Pause gemacht. Dann wechseln wir auf der Höhe von Neuwied auf die rechtsrheinische Seite, da die Fahrradbrücke über die Ahr im Zuge der Hochwasser weggeschwemmt wurde.

Schuhe aus und die vorderen Satteltaschen hoch und dann einmal durchs Wasser

Inklusive einer kleinen Fährfahrt am Ende über den Rhein hat das Ankommen heute fast einen Konstanzer Beigeschmack. Es war eine lange, aber sehr spaßige und Urlaubsgefühl-entfachende Tour. Morgen geht es dann von Bonn aus über Köln nach Düsseldorf.

Am Deutschen Eck in Koblenz

Routenplanung

Meine Tour durch Deutschland ist durch den Besuch von Freund:innen auf der Strecke geprägt. Daher die nicht gang geradlinige Wegführung. Teilweise werde ich auch von Freund:innen begleitet. Mein Papa war auf der Strecke von Leonberg nach Mannheim dabei. Pina wird mich auf der Strecke von Mainz bis Münster begleiten.

Die längste Etappe ist die Strecke Mainz-Bonn mit 155km. An die werden wir uns morgen wagen. Sonst liegen die meisten Etappen zwischen 80 und 110 km/ Tag. Zwischen Bielefeld und Lüneburg sind zwei Übernachtungen noch nicht konkret geplant und somit auch die genauen Zwischenhalte noch unklar.

Screenshot Google Maps der Etappen in Deutschland

In Skandinavien habe ich noch keine Etappen festgelegt. Lisa wird mich auf der Strecke von Malmö bis Oslo begleiten, und wir werden die Etappen so fahren, wie wir Lust daran haben. Mit dem Zelt sind wir hierbei ja auch um einiges flexibler.

Screenshot Google Maps Planung Skandinavien

Etappe 2: Wenn die Zementfabrik nach Popcorn riecht…

Mittlerweile bin ich gut in Mainz angekommen und wurde von meiner Freundin Pina herzlichst empfangen. Nun sitze ich auf dem Balkon und schreibe diesen Beitrag.

Nach dem ersten Kaffee mit Yannick auf der Terrasse bin ich heute Morgen zu Alina, einer Freundin aus der Schulzeit gefahren. Nach der seelischen und körperlichen Stärkung bei einem gemeinsamen Frühstück habe ich mich dann auf den Weg nach Mainz gedacht. 70 Kilometer, wenn man den richtig fährt. Zwei verschiedene Navigationsapps haben mir allerdings einen Weg rausgesucht, der im Stadtgebiet Mannheims mit einer Fähre zu befahren wäre. Diese liegt üblicherweise auf der Strecke des Fahrradweges. Ich weiß nicht, ob es am Hochwasser liegt, jedenfalls ist die Fähre nicht gefahren. Das bedeutete einen Umweg. So war ich erst nach einer guten Stunde so richtig aus der Stadt draußen.

Auf Alinas Balkon

Den Fahrradweg dann schließlich wieder gut gefunden, stand ein Ganzkörperworkout an. Der Weg führte nämlich über eine Autobrücke. Fahrradfahrende müssen ihr Fahrrad erst die Treppe hochschieben und auf der anderen Seite wieder runter. Das waren allerdings circa 80 recht steile Stufen. Ich weiß nicht genau, wie viel mein Fahrrad wiegt, aber es war schwer genug. Auf dem Weg runter habe ich dann die Satteltaschen weggemacht.

die Hälfte der Treppen nach oben

Nachdem dann noch ein kleiner überfluteter Teil auf der Strecke dabei war, lief der Rest der Fahrt problemlos ab. Die Zementfabrik auf den letzten Metern hat sogar nach Popcorn gerochen… So bin ich dann nach 83 km um 16:30 Uhr in Mainz angekommen und habe zur Belohnung ein Eis bekommen.

Schiebe-Abschnitt durch den überfluteten Streckenabschnitt
N Eis bei N‘Eis

Morgen bleibe ich in Mainz und treffe mich einer Freundin und mache einen Pausetag, bevor ich dann die nächsten Etappen mit meiner treuen Begleiterin Pina antreten werde. Daher werde ich morgen einen Beitrag zur Routenplanung veröffentlichen.

Hoffentlich geht es euch allen gut! Liebe Grüße aus Mainz, eure Anne

Etappe 1: Leonberg – Mannheim

Soo die erste Etappe ist geschafft. Mein Papa hat mich dir ersten 120 km bis nach Mannheim begleitet. Bei sonnigem Wetter konnten wir in der Mittagspause sogar in den Baggersee Langebrücken hüpfen. Mein Hobby baden gehen wurde also auch noch gestillt.

Abschied von Ella und Christoph, meinen Geschwistern
Abfahrt
Bergauf fahren kann schon anstrengend sein..

Auf den letzten 15 km ist am Vorderrad eine Speiche gerissen, der nächste Fahrradladen war aber nicht weit. Also haben Papa und ich schnell selbst Hand angelegt.

Reparatur der Speiche

Nach der verdienten Portion Nudeln ist Papa mit dem Zug wieder nach Hause gefahren. Ich habe dann mit Yannick einem Kumpel aus Konstanz und Gastgeber der Nacht noch das Hochwasser am Rhein betrachtet, einen Abstecher an die Uni gemacht und jetzt sitzen wir noch entspannt auf der Terrasse.

Ankunftsbild
Vor der Uni Mannheim

Danke für deine Begleitung heute Papa, das hat Spaß gemacht! Du hast es mir damals beigebracht und ich freue mich daher umso mehr, dass du mich auf dieser Etappe heute begleitet hast.

Die Ausrüstung steht

Ausrüstung für die 4-wöchige Radreise

Mittlerweile ist die Ausrüstung vollständig. Beziehungsweise wird sich das dann zeigen, wenn die Tour morgen startet. Neben der Zeltausstattung, die ich dann vor allem in Skandinavien brauchen werde, habe ich Küchen- und Badezimmer-Equipment dabei. Flick- und Reparaturmaterialien dürfen natürlich neben einer Solar-Powerbank nicht fehlen. Für den ein oder anderen Sprung ins kühle Nass ist der Bikini auch mit am Start. In diesen Zeit umso wichtiger und nicht zu vergessen ist der Impfpass.

Nun hoffe ich, dass für morgen alle sieben Sachen zusammengepackt sind. Ansonsten sollte der Gang in den nächsten Supermarkt oder Outdoor-Ausstatter auf dem Weg doch machbar sein.